Rauchfrei werden – Methoden der Raucherentwöhnung

Methoden der RaucherentwöhnungDass Rauchen eine Sucht ist, gegen die nur die wenigsten Raucher bestehen, ist leider Tatsache. Bekannt ist, dass etwa 50 bis 75 Prozent der Raucher an den Folgen der Sucht sterben. Dennoch gaben jüngst bei einer EU-Umfrage von mehr als 10.000 Rauchern lediglich 38 Prozent der Deutschen an, mit dem Rauchen aufhören zu wollen. Für diejenigen, die dennoch einen Ausweg aus der Nikotinsucht suchen, gibt es immer wieder neue Methoden, die den leichten Rauchausstieg versprechen.

Rauchen in der Gesellschaft

Mit dem rauchen aufhörenFrüher war rauchen cool und wurde nicht allein durch die Cowboy-Werbung einer bekannten Zigarettenmarke gesellschaftsfähig. In der heutigen Zeit geht der Trend allerdings in eine andere Richtung. Eigentlich weiß jeder, dass Rauchen schädlich ist, nicht nur für den Raucher selbst, sondern auch für andere Menschen in seiner Umgebung. [highlight color=“green“]Denn auch Passivrauchen ist eine nicht zu unterschätzende Gefahr für die Gesundheit.[/highlight] Infolgedessen wurde zum 01.09.2007 das Bundesnichtraucher-Schutzgesetz durchgesetzt, welches Rauchern verbietet, in öffentlichen Einrichtungen zum Glimmstängel zu greifen. Zwei Jahre vor Verabschiedung des Gesetztes, verbannte man Tabakwerbung in allen europäischen Ländern aus Printmedien, Internet und Fernsehen.

Trotz alledem ist die Anzahl der Raucher noch immer hoch. In Deutschland können knapp 30 Prozent ab 15 Jahren nicht mit dem Rauchen aufhören und rauchen daher regelmäßig. Das diese Einstellung weitreichende Folgen hat, zeigen folgende zahlen:

  • Knapp 95 Prozent der Lungenkrebs-Patienten sind Raucher
  • Der Verzicht aufs Rauchen könnte bei Frauen die Herzinfarktquote um 60 Prozent verringern
  • Bei Männern könnten durch Rauchverzicht 75 Prozent aller Herzinfarkte verhindert werden
  • Die Lebenserwartung eines Rauchers ist etwa 10 Prozent geringer als die von Nichtrauchern
  • In Deutschland sterben rund 380 Menschen pro Tag an den Folgen des Rauchens
[title size=“2″]Methoden zur Raucherentwöhnung[/title]

Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, gesteigertes Herzinfarktrisiko, die Liste der durchs Rauchen verursachten Krankheiten und Beschwerden ist lang. Ein guter Grund also, mit dem Rauchen aufzuhören und in ein gesünderes und längeres Leben zu starten. Bei rund 60 Prozent aller Raucher ist diese Einsicht da und der Wunsch nach einem rauchfreien Leben ist groß. Doch welche Methoden können beim Weg aus der Sucht helfen?
[title size=“3″]Die Schlusspunkt-Methode[/title] Schlusspunkt-MethodeRund 80 Prozent der Raucher setzen auf diese Radikalmethode, mit der von einem Tag auf den anderen, keine Zigarette mehr angerührt wird. Dementsprechend gering ist leider auch die Quote derjenigen Personen, die den Radikalentzug durchhalten.

Laut Schätzungen schaffen es nur knapp 5 Prozent mit der Schlusspunkt-Methode, dauerhaft ein rauchfreies Leben zu führen.

Diese Tipps könnten beim Durchhalten helfen:

  1. Einen festen Tag bestimmen, von dem an nie wieder geraucht wird und diesem im Kalender eintragen
  2. Allen nahestehenden Personen vom Vorhaben erzählen und ihnen auch den Zeitpunkt des Starts mitteilen
  3. Noch am Tag vor Beginn, sämtliche Zigaretten, Tabakerzeugnisse und Feuerzeuge entsorgen
  4. Aschenbecher in der hintersten Schrankecke verschwinden lassen

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[title size=“3″]Die Reduktionsmethode[/title]

Zigaretten reduzierenDiese Methode ist weniger radikal als die Schlusspunkt-Methode, führt aber dennoch sehr häufig zum Abbruch.

Das Prinzip ist einfach: die Anzahl der Zigaretten pro Tag werden wöchentlich reduziert. Werden pro Tag beispielsweise 15 Zigaretten geraucht, reduziert man diese Anzahl in der ersten Woche auf 12 pro Tag, in der zweiten Woche auf 9 pro Tag und so weiter.

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[title size=“3″]Nikotinersatzmittel[/title]

Um das eingeprägte und selbstverständlich gewordene Verhalten zu durchbrechen, werden diverse Nikotinersatzmittel angeboten. Sie sind in Form von Pflastern, Sprays, Kaugummis oder Lutschtabletten erhältlich. Nikotinersatzmittel enthalten Nikotin und werden anfangs in ähnlichen Dosen angewandt, wie der Raucher gewohnt ist. Es kommt also erstmal zu keiner radikalen Entzugsmethode, da weiterhin Nikotin aufgenommen wird. Vielmehr sollen Raucher sich umgewöhnen, damit der Griff zur Zigarette nicht mehr selbstverständlich ist. Die Dosis des Nikotins, das über die Ersatzmittel aufgenommen wird, soll außerdem nach und nach verringert werden.

Nikotinpflaster

NikotinpflasterNikotinpflaster sind in drei verschiedenen Stärken erhältlich und geben die Substanz gleichmäßig über einen gewissen Zeitraum hinweg ab. Die drei Varianten sollen die Dosis von 10 bis 30 gerauchten Zigaretten pro Tag ersetzen und sind je nach vorherigem Rauchverhalten wählbar. Starke Raucher, die zu mehr als 30 Zigaretten pro Tag greifen, können auf ein weiteres Nikotinersatzmittel zurückgreifen oder ggf. zwei Pflaster verwenden. Die Einsatzdauer des Nikotinpflasters soll begrenzt und eine schrittweise Reduktion erreicht werden.

Nachteile dieser Methode:

  • Es dauert nach Aufbringung des Pflasters etwa 30 bis 60 Minuten, bis der Nikotinspiegel erreicht ist
  • Das Pflaster kann bei einigen Personen zu allergischen Reaktionen führen

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Nikotinkaugummi

NikotinkaugummiDie Kaugummis sind für Raucher gedacht, die auf maximal 15 Zigaretten pro Tag kommen. Es gibt sie mit verschiedenen Nikotinstärken zu kaufen, zu 2 und zu 4 mg. Nikotin wird beim Kauen des Kaugummis freigesetzt und dann über die Wangenschleimhaut aufgenommen. Um die Aufnahme zu erhöhen, kann das Kaugummi einige Minuten gegen die Wangenschleimhaut gepresst werden.

Nachteile dieser Methode:

  • 15 Minuten vor und nach dem Kauen des Kaugummis sollte auf Essen und Trinken verzichtet werden
  • Nicht für sehr starke Raucher geeignet
  • Schlechter bis muffiger Geschmack
  • Keine empfehlenswerte Methode für Träger von Zahnprothesen

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Sublingualtabletten

SublingualtablettenDie Tabletten sind eine Alternative zum Nikotinkaugummi, jedoch nur in einer Dosis von 2 mg Nikotin erhältlich. Sie werden alle 1 bis 2 Stunden unter die Zunge gelegt und lösen sich dort nach und nach auf.

Nachteile dieser Methode:

  • Eventuell schlechter Geschmack
  • Negatives Empfinden im Mund, da die Tablette lange braucht, um sich aufzulösen

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Nikotinnasensprays

NikotinnasensprayNasensprays eignen sich auch für starke Raucher. Die Verabreichung des Sprays soll 6 bis 12x täglich erfolgen mit maximal 2 Einsätzen in der Stunde. Nikotinansensprays eignen sich für den Einsatz über einen langen Zeitraum und weisen eine recht hohe Erfolgsquote bei der Raucherentwöhnung auf. Im Gegensatz zum Nikotinpflaster wird der Nikotinspiegel unmittelbar nach Verwendung des Sprays erreicht, was die Abbruchquote minimiert.

Nachteile dieser Methode:

  • Es besteht die Gefahr der Abhängigkeit
  • Reizung der Nasenschleimhaut möglich

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[title size=“3″]Verhaltenstherapie[/title]

VerhaltenstherapieAuch der Gang zum Therapeuten stellt für einige Raucher eine Möglichkeit dar, dem Auslöser des Lasters auf den Grund zu kommen und somit einen Ausweg aus der Sucht zu finden.

Zusammen mit einem geeigneten Therapeuten können aber auch neue Verhaltensmuster erlernt und der Griff zur Zigarette durch andere Angewohnheiten ersetzt werden.

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[title size=“3″]Raucherentwöhnung mit der elektrischen Zigarette[/title]

Raucherentwöhnung durch e-ZigarettenAuch die elektrische Zigarette wird heute immer wieder als Mittel zur Raucherentwöhnung genannt. Mit der E-Zigarette kann immerhin eine schrittweise Raucherentwöhnung erfolgen, da die Liquids, die in den Tank einer jeden elektrischen Zigarette gefüllt werden, in mit verschiedenen Nikotingehalten zu kaufen sind. Sogar völlig nikotinfreies Liquid ist auf dem Markt zu haben und ermöglicht Rauchern und zukünftigen Nichtrauchern zumindest einen Ersatz zur Tabakvariant. Die Raucherentwöhnung mit einer elektrischen Zigarette wäre folgendermaßen denkbar:

  • Reduzierung des Nikotingehalts durch Kauf entsprechender Liquids bei gleichbleibender Häufigkeit des Rauchens
  • Weitere Reduzierung des Nikotingehalts bis hin zum völlig nikotinfreien Liquid
  • Reduzierung des gewohnten Griffs zur Zigarette

Hier kommt man auch genau zu dem Punkt, der bei der E-Zigarette zur Raucherentwöhnung als kritisch angesehen wird: Die Hand führt die elektrische Zigarette zum Mund, daher wird dieses Verhaltensmuster vorerst nicht abgelegt.

Im Prinzip kann die Raucherentwöhnung mit Hilfe der elektrischen Zigarette als eine andere Art der Reduktionsmethode bezeichnen, da Nikotingehalt, und später auch der Griff zur Zigarette, schrittweise reduziert werden. Somit stellt die E-Zigarette eine moderne Art der Raucherentwöhnung dar.