Ist die elektrische Zigarette schädlich?

Sind eZigaretten schädlich?Ob die elektrische Zigarette gefährlich ist oder negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben kann, konnten Wissenschaftler bisher noch nicht eindeutig klären. Fehlende Langzeitstudien hinsichtlich der Unbedenklichkeit werfen immer wieder Zweifel auf und Kritiker raten vom Gebrauch der E-Zigarette ab. Doch wie bedenklich sind die elektrischen Zigaretten wirklich?

Der Markt der elektrischen Zigaretten hat sich in Rekordgeschwindigkeit ausgebreitet. Millionen Verbraucher nutzen die E-Zigaretten inzwischen als Ersatz zur herkömmlichen Tabakvariante. Dennoch sind E-Zigaretten und auch die Liquids, die in verschiedenen Varianten erhältlich sind, umstritten. Derzeit wird noch immer darüber diskutiert, ob die elektrischen Varianten beziehungsweise die Liquids mit Koffein den Nikotinersatzmitteln gleichgesetzt und somit als apothekenpflichtig eingestuft werden sollen (Stand 2013). Neben der Unklarheit über die Einstufung der E-Zigarette steht weiterhin die Frage der gesundheitlichen Risiken beim Verwenden des recht neuartigen Produkts im Raum. Es gibt hierzu derzeit noch wenige Studien, einige erste Forschungen bringen aber bereits erste Ergebnisse ans Licht.

[title size=“2″]Nicht jeder ist von der E-Zigarette überzeugt[/title]

Im Jahr 2012 sprach sich das Deutsche Krebsforschungszentrum gegen die Verwendung elektrischer Zigaretten aus. Als Begründung wurden die bislang fehlenden Langzeitstudien genannt und die damit nicht einschätzbaren Auswirkungen auf die Gesundheit. Auch die ungenauen Angaben, die Hersteller von Liquids machen, sind dem Zentrum für Krebsforschung ein Dorn im Auge. So würden unter Umständen nicht alle Inhaltsstoffe deklariert, die in den Flüssigkeiten verwendet würden. Zudem sei auch der Nikotingehalt in den Liquids nicht immer korrekt angegeben. Weiterhin wurde festgestellt, dass die im vernebelten Liquid enthaltenen Mengen Nikotin sehr stark variieren.

[title size=“2″]Laut amerikanischen Wissenschaftlern ist die E-Zigarette weniger bedenklich[/title]

Die US-Wissenschaftler Zachary Cahn von der University of California in Berkeley und Michael Siegel von der Boston University School of Public Health sprachen sich bereits im Jahr 2010 für die E-Zigarette aus. Laut Untersuchungsergebnissen der beiden Wissenschaftler sind im Rauch von 

Tabakzigaretten etwa tausendmal mehr krebserregende Substanzen enthalten als im Dampf der elektronischen Variante. Sie werteten für Ihre Untersuchung 16 Studienergebnisse aus und sind aufgrund ihrer eigenen Ergebnisse gegen ein Verbot der elektrischen Zigarette. So sind die Wissenschaftler ebenfalls davon überzeugt, dass E-Zigaretten abhängigen Rauchern bei der Entwöhnung helfen können, sofern die Nikotindosis schrittweise reduziert werde.

[title size=“2″]Studie übers Passivrauchen[/title]

Mit dem Ziel herauszufinden, ob E-Zigaretten die Raumluft belasten, führten Forscher des Fraunhofer-Instituts für Holzforschung WKI in Braunschweig Ende 2012 eine Studie zum Passivrauchen durch. Die Wissenschaftler analysierten die Freisetzung flüchtiger organischer Verbindungen, von kleinsten Partikeln und von Formaldehyd. Verglichen wurden über Probandentest erzeugte Dämpfe elektrischer Zigaretten und Rauch von Tabakzigaretten. Im Gegensatz zu der Tabakzigarette konnte im Aerosol der E-Zigarette kein Formaldehyd nachgewiesen werden. Auch der Ausstoß von ultrafeinen Partikeln und organischen Verbindungen ist den Ergebnissen nach bei der E-Zigarette geringer als bei der herkömmlichen Zigarette. Dennoch ist aber auch bei der elektrischen Zigarette eine Emission vorhanden, wenn auch in geringerem Ausmaß. Das Einatmen von Passivdampf ist also möglich. Zudem kritisierten die Forscher ebenfalls die häufig unzureichend deklarierten Liquids.

[title size=“2″]Weiteres mögliches Risiko[/title]

Elektrische Zigarette weniger schädlich?In den auf dem Markt erhältlichen Liquids sind meist Glycerin und Propandiol (Propylenglykol) enthalten. Zwar wird Propylenglykol in vielen Kosmetika sowie in Lebensmitteln verwendet, wird aber in elektrischen Zigaretten oftmals als negativ bewertet. So ist bereits in Studien festgestellt wurden, dass sowohl Propylenglykol als auch Glycerin beim Inhalieren Reizungen von Schleimhäuten und Rachen hervorrufen können. Allerdings liegen auch hierzu keine Langzeitstudien vor.

[title size=“2″]Sind E-Zigaretten nun gesundheitlich unbedenklich?[/title]

Elektrische Zigaretten sind nach Meinungen der Forscher nicht vollkommen unbedenklich. Besonders kritisch wird das Fehlen von Langzeitstudien betrachtet, die aufgrund des recht neuen Produkts eben noch nicht vorhanden sind. Genau kann niemand einschätzen, wie sich das regelmäßige Inhalieren von Propylenglykol und auch Glycerin auf Rachen, Atemwege und Schleimhäute verhält. Dennoch sind die E-Zigaretten eine sinnvolle Alternative zu herkömmlichen Glimmstengeln.

Auch wenn die meisten Studien zu dem Ergebnis kommen, dass der Passivdampf sehr gering ist, stimmt dennoch die frühere Aussage nicht, dass beim Gebrauch der E-Zigaretten gar kein Passivdampf vorhanden wäre. Nikotin, Formaldehyd und ultrafeine Partikel seien beim ausgestoßenen Passivdampf jedoch sehr viel geringer als beim Tabakrauch beziehungsweise gar nicht erst vorhanden.

Kritisiert wurden fast immer die unzureichenden Deklarationen der zu kaufenden Liquids. Zu vielen dieser Liquids sind keinerlei Rohstoff- und Analysenzertifikate erhältlich und auch die angegebenen Inhaltsstoffmengen stimmten bei Untersuchungen nicht immer.

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